Besuchs- und Begleitdienst

Josefina aus Kerns

Jeden Tag eine gute Tat zu vollbringen, kann man auch im Rentenalter.
Josefina Bucher

«Das Soziale habe ich von klein auf mitbekommen. Ich bin mit neun kleineren Geschwistern auf einem Bauernhof aufgewachsen. Mit meinem Mann habe ich vier Kinder grossgezogen, für Egoismus oder Müssiggang war kein Platz. Ich bin viele Jahre Taxi gefahren, habe im Service Gäste bedient und für die Spitex gearbeitet. Ich bin mein Lebtag immer gern für die Menschen dagewesen, habe ihnen geholfen und wollte das auch nach der Pensionierung nicht missen.

Jeden Tag eine gute Tat zu vollbringen, kann man auch im Rentenalter – oder gerade dann, weil man ja Zeit hat. Im Altersheim Huwel in Kerns warten jeden zweiten Donnerstag unsere Betagten zum Spazierenfahren mit dem Rollstuhl, sofern das Wetter mitmacht. Und eben beim Roten Kreuz im Besuchs- und Begleitdienst. Da besuche ich alleinstehende Senior/-innen zuhause, begleite sie auf Spaziergängen und kleinen Einkäufen im Dorf oder einem kurzen Ausflug. Einer neu zugezogenen Dame zeige ich das schöne Obwaldnerland, ob Bruder Klaus im Flüeli oder um den Sarnersee, vieles ist an so einem Besuchs-Nachmittag möglich. Bei schlechtem Wetter machen wir Spiele, trinken Tee und erzählen uns gegenseitig von unserem Leben. Ich empfinde das als sehr bereichernd, oft haben wir es richtig lustig zusammen.

Es geht beim Besuchs- und Begleitdienst ganz zentral ums Zuhören und Zeit schenken. Viele Ältere haben nicht mehr oft Gelegenheit zum Reden. Es braucht ja so wenig, seinen Mitmenschen etwas Gutes zu tun.»